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Berechnung der Versorgungslücke - der erste Schritt zur Altersvorsorge

"Die Renten sind sicher." Dieses Zitat vom früheren Arbeitsminister Norbert Blüm ist so unvergessen wie Heinz Erhard und genauso lachhaft. Schon heute kann die gesetzliche Rentenversicherung höchsten 50% des letzten Bruttogehaltes auszahlen. Und diese Quote droht noch schlechter zu werden. Wer daher im Alter keine Einbußen hinnehmen will, muss möglichst früh selbst aktiv werden und privat vorsorgen.

Gut verdienende Arbeitnehmer trifft die Misere der gesetzlichen Rente doppelt hart. Denn tatsächlich beträgt die gesetzliche Altersrente im Durchschnitt gerade mal rund 45% des letzten Einkommens. Generell gilt, dass das Verhältnis zwischen Arbeitslohn und Sozialversicherungsrente um so ungünstiger wird, je höher das letzte Einkommen vor Rentenbeginn war. Bei Gehältern, die über der Beitragsbemessungsgrenze liegen, ergeben sich häufig sogar Renten von weniger als 30% des letzten Arbeitsentgelts.

Sicherheit im Alter erfordert Eigeninitiative. Denn Betriebs- und Sozialversicherungsrente zusammen bringen in der Regel eine Altersrente von 50 bis 60% des letzten Bruttolohns. Das reicht meist noch immer nicht an die Idealrente heran. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes braucht ein Rentnerhaushalt heute rund 90% des Etats aus seiner aktiven Arbeitszeit; ein verwitweter Single immerhin noch gut 60%.
Denn auf der Kostenseite ändert sich reell mit Beginn des Rentnerdaseins nichts. Miete, Kleidung und Ernährung werden nämlich auch im Rentenalter nicht billiger. Und ohne den Dienstwagen oder steuerlich absetzbare Ausgaben erhöht sich sogar so mancher Etatposten, und schon ist die vielgefürchtete Versorgungslücke da.

Wie kann die persönliche Versorgungslücke im Alter berechnet werden?
Um die richtige persönliche Strategie für die private Altersversorgung zu finden. muß jeder, egal ob Freiberufler, Selbständiger oder Arbeitnehmer, erst einmal selbst eine Bestandsaufnahme vornehmen.

Dazu gehört, sich erst einmal seine eigenen Rentenansprüche aus der gesetzlichen und der betrieblichen Altersversorgung auszurechnen bzw. ausrechnen zu lassen. Hinzu kommen Einkünfte aus Immobilienbesitz und Kapitalerträge. Um Ihre Versorgungssituation im Alter richtig zu bestimmen, sollten Sie in fünf Schritten vorgehen.
  1. Erkundigen Sie sich zuerst bei Ihrem gesetzlichen Rentenversicherungsträger nach Ihren Ansprüchen aus der gesetzlichen Rente. Lassen Sie sich hierzu am besten vom Rentenversicherungsträger Ihre Rentenansprüche ausrechnen. Eine Rentenberechnung können Sie aber auch von einem Rentenberater machen lassen. Das kostet dann aber Geld.
  2. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach Ihren Ansprüchen aus der betrieblichen Altersversorgung
    (Pensionszusagen, Direktversicherung etc.). Ziehen Sie in die Berechnung auch Ansprüche
    aus überbetrieblichen Versorgungswerken mit ein.
  3. Berechnen Sie, welche Rentenansprüche Sie aus privaten Kapital-Lebensversicherungs-,
    privaten Renten-Policen, Sparplänen, Fonds etc. zu erwarten haben.
  4. Berechnen Sie dann eventuelle Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und Ihre Einkünfte aus sonstigen Kapitalanlagen.
  5. Nachdem Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben im Alter überschlägig selbst berechnet haben,
    sollten Sie bilanzieren.
Ziel sollte es sein, immer rund 80% des derzeitigen Bedarfs abzudecken. Der Grund liegt auf der Hand: Mit steigendem Alter nehmen die regelmäßigen Ausgaben etwas ab. Viele Kosten, die Ausgaben in die Höhe getrieben haben, verringern sich. Die Wohnungseinrichtung oder das Eigenheim ist bezahlt, das Auto wird nicht mehr so intensiv benutzt usw.

Wenn sich bei der Berechnung ein negativer Saldo ergibt, haben Sie auf jeden Fall eine Versorgungslücke. Erst wenn Sie diese Lücke kennen, sollten Sie unverzüglich etwas für Ihre eigene Altersversorgung tun und Ihr Vermögen aufstocken.
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